Diesen Sonntag war es soweit: das TEAM MiO startete bereits zum zweiten Mal beim Münchner Stadtlauf. 
 
Nachdem der Lauf im letztem Jahr ein großer Spass für die Teilnehmer und mit dem 26. Platz in der Teamwertung auch sportlich äußerst erfolgreich war, war es ein Leichtes auch in diesem Jahr wieder ein TEAM MiO zusammenzustellen. 
 
Neben Musikanten aus dem MiO waren dieses Mal auch sportliche Sänger und Sängerinnen aus MiCAPELLA mit am Start, um das TEAM MiO zu unterstützen. Leider hatten wir in diesem Jahr beim Wetter kein besonderes Glück, so dass sowohl unsere Läufer beim Halbmarathon, als auch die Gruppe auf den 10km durch die Münchner Innenstadt und den Englischen Garten ziemlich nass wurden. Doch das tat der Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil, die Stimmung nach dem Lauf war bestens, hatten wir doch in der Teamwertung wieder einen exzellenten 32. Platz unter den 172 Teams erzielt - nicht zuletzt wegen der Verstärkung durch MiCAPELLA.
 
Und so kehrten alle zusammen gemeinsam noch im Atzinger ein, um die verlorenen Kalorien wieder zu kompensieren und auf den erfolgreichen Lauf anzustoßen.
 

Mit dem MiO möchten wir Instrumentalisten aus aller Herren Länder ein musikalisches Zuhause in München bieten. Manchmal aber drehen wir den Spieß um, packen Pauken und Trompeten in einen Bus und gehen auf Tour. In der Vergangenheit hat es uns bereits nach Kroatien und in die Schweiz verschlagen. In diesem Jahr war Slowenien das Ziel; Anfang April gaben wir zwei Konzerte in Bled und Ljubljana. Auf dem Programm? Werke von Mozart, Brahms, Bach. Besonders stolz sind wir darauf, bei dieser Gelegenheit erstmals mit unserem Partnerensemble MiCAPELLA ein Werk erarbeitet zu haben: die Messe in c-Moll von Robert Schumann.

Aus der traditionellen “Farewell”-Probe am Vorabend der Abreise wird ein Impromptu-Konzert. Fördermitglieder, Freunde und MiOlini, die uns auf dem fünftägigen Trip nicht begleiten können, dürfen sich ein Bild davon machen, was in der mehrwöchigen Probenphase von MiO-Dirigent Chris McMullen-Laird und MiCAPELLA-Leiterin Eva Gönner vorbereitet worden ist. Am nächsten Tag dann zu mindestens gefühlt früher Stunde die Abreise in Richtung Bleder See: wer sich nicht zu einer Runde Schafkopf hinreißen lässt, tankt in weiser Voraussicht Schlaf. Im seelenruhigen Kurort Bled empfängt uns der Herbergsvater, wir beziehen die Zimmer, ein paar Mutige wagen sich in Badehose in Richtung eisiger Gewässer — wo, Nebensaison!, das Baden noch strikt verboten ist. Tags darauf verschiffen wir unsere sechzig Musiker in vier Ruderbooten auf die Bleder Insel, Blejski otok, auf der wir Wetter und die malerische Aussicht auf die umliegenden Gebirge und die Bleder Burg genießen. Beinahe sabotiert wird der Tag von sieben mal sieben Zentimetern Kremšnita, einer Bleder Spezialität aus Sahne und englischer Creme. Wir schlagen uns tapfer.

Am Abend steht das erste Konzert an. In Bled kooperieren wir mit der St. Martins-Kirche, die uns Räumlichkeiten zur Verfügung stellt und die Werbetrommel rührt. Lokale Musiker unterstützen uns, wo Mitspieler fehlen. Die Finger sind kalt, die Saiten bleiben ungern in Stimmung, die Zuschauer zeigen sich aber dennoch gerührt. Gerade unsere Solisten brillieren: Caroline Unger, Konzertmeisterin des MiO, und Cornelius Mayer, der schon bei BOHEMiAN SYMPHONY als Solist an Bord war, demonstrieren in Mozarts Sinfonia Concertante für Violine und Viola virtuose Harmonie.

Jetzt wartet Ljubljana. Diejenigen, die die slowenische Hauptstadt zum ersten Mal erleben, sind hin und weg von der kleinen, aber ungemein charmanten Altstadt, in deren Laufweite wir Quartier beziehen. Zwei Mitglieder des Reiseteams, Benny Lambert und Kai Sommerey, leiten den ersten Rundgang durch die Stadt und lassen eine MiO-Spezialität wiederaufleben: die Lückentextführung, bei der alle Teilnehmer die Chance haben, zu raten, wer genau den Brunnen vor ihren Augen entworfen hat. Aufgeregt finden wir entlang des Weges Plakate, die unser Konzert ankündigen. Prachtvoll die Burg, die über Ljubljana thront; verführerisch die Stände auf dem Markt; amüsant die vielen Geschichten, die sich um Ljubljanas Bauten ranken; imposant vor allem die gewaltige Ursulinenkirche, in der wir am Samstag das Abschlusskonzert spielen. Zwar schlägt jetzt das Wetter um und taucht Ljubljana in Regen, doch unser Konzert spielen wir vor etwas mehr als hundert Zuschauern. MiCAPELLA sorgt mit Bachs “Jesu, meine Freude” für einen packend intimen Moment. Als Chor und Orchester in der Schumann-Messe dann zum triumphalen “Amen” anheben, entdecken wir Strahlen auf zahlreichen Gesichtern in den Bänken. Der Pfarrer der Kirche, der mit seiner Gemeinde den Abend ermöglicht hat, dankt uns bewegt.

Eine Meute MiOlini sucht nach erfolgreichem Abschlusskonzert und geselligem Abendessen das musikalische Kontrastprogramm und landet im Pr’Skelet, an dessen Pforte in bunten Lettern “Disco Bar” prangt und niemandem zu viel verspricht. Auf der Heimreise von Schafkopf keine Spur. Bleierner Müdigkeit zum Trotz freuen sich die Teilnehmer bei Ankunft am Geschwister-Scholl-Platz schon auf Brahms und Konsorten bei unserem HEiMSPiEL im kommenden Sommersemester. Wir bedanken uns bei allen, die diese wunderbare Reise auf musikalischer und organisatorischer Seite möglich gemacht haben — vor allem natürlich Benny Lambert, Ed Pickering und Kai Sommerey vom Konzertreise-Team. Und nun sind wir gespannt, wo das MiO beim nächsten Mal landet…

 
Takte, die jeder kennt: zwei Flöten liefern sich ein Wettrennen, dahinter steuert die Harfe sachte Tupfer hinzu, die Violinen und Celli stürzen mit in die an- und abschwellenden Arpeggien, ehe dann alles in eine der berühmtesten Melodien der Musikgeschichte mündet. Smetanas “Moldau” aus dem Tongedichtzyklus “Ma vlast” eröffnet unsere Winterkonzerte 2013/14 und auch der Rest des Programms steht diesmal ganz im Zeichen Tschechiens.
 
Die Reise entlang der Moldau endet in schwelgerischem Dur, aber wir springen im Anschluss direkt ins 20. Jahrhundert und erkunden mit Martinus “Rhapsody-Concerto” für Viola und Orchester komplexere Klanglandschaften. Hier ist die Rhythmik plötzlich vertrackter, die Melodik subtiler und jeder grandiose, schamlos spätromantische Ausbruch wird rasch unterlaufen. Unser exzellenter Solist Cornelius Mayer navigiert die virtuosen Momente dieses Konzerts brillant und demonstriert in den Pathos-geladenen Legati den ganz eigenen Charakter der Bratsche. Die randvolle Aula des Maria-Ward-Gymnasiums ist in beiden Situationen hin und weg.
 
In der Pause serviert unser Helferteam, ganz MiO-typisch, tschechische Snacks. Dann die zweite Hälfte: wir machen uns an Dvoraks achte Symphonie. Hier steckt alles drin, was Dvoraks Opus zu bieten hat. Unheimlich eingängiges Material, gewohnt raffinierte Instrumentation, opernhaft dramatische Momente im langsamen Satz und ein explosives Finale, in dem sich vor allem unsere Blechbläser austoben.
 
Wir danken allen, die dieses Konzertdoppelpack wieder möglich gemacht haben, und freuen uns schon jetzt auf den Sommer. So viel darf schon verraten werden: es wartet das HEiMSPiEL mit Brahms und aufregender neuer Musik aus Deutschland.